4.9.11

Mein Bauch sagte....

... definitiv NEIN!!! Ich fuhr also am Freitag nachmittag zu meiner Tochter und - wie immer - gleich als ich aus dem Bahnhof trat, überfiel mich ein mulmiges Gefühl.. ich kann diese Stadt einfach nicht ausstehen.. trotzdem traf ich mich mit dem Makler und besichtigte die Wohnung. Sie war in Ordnung, nicht um in Begeisterung zu verfallen, aber ok. Natürlich viel kleiner als meine jetzige Wohnung, aber nicht zu klein. Es störte mich, dass die Küchenzeile eine Wand des Wohnzimmers bildete, schöner wäre eine Küchennische gewesen, aber so steht das Sofa praktisch in der Küche... aber naja.. doch was mich dann wirklich störte, war die Treppe in die beiden oberen Zimmer, 20 Stufen und steil nach oben.. Ich meine, momentan kann ich die noch erklimmen, aber was wäre in einigen Jahren?? Ausserdem ist ausser den beiden Zimmern auch die Terrasse (die war übrigens toll!) oben. Also müsste ich am Tag die Treppe hundertmal hoch und runter... nein danke!!
Als ich dem Makler sagte, dass ich Rentnerin bin und man deshalb keine Angst haben müsste, dass ich mal die Miete schuldig bleibe (weil meine Rente ja sicher ist, anders als wenn ich einen Job hätte und auf einmal entlassen werde..), doch darauf meinte der Makler, dass an mich als Rentnerin vielleicht nicht vermietet werden würde oder wenn ja, dann nur mit einer Bankbürgschaft über drei Monatsmieten. Der Grund wäre, dass eine Rente nicht beschlagnahmt werden kann, sollte ich die Miete nicht bezahlen wollen/können. 
Also hakte ich das Thema Wohnung auch gegenüber meiner Tochter guten Gewissens ab. Sie meinte, ich solle weitersuchen und irgendwann würde ich wohl doch die 'richtige' Wohnung finden.   Ich tat so, als ob ich zustimmte, aber innerlich war ich mir wieder vollkommen sicher, dass ich (wahrscheinlich) nie dorthin ziehen werde. Ausserdem meinte meine Tochter, dass sie irgendwann in die Karibik oder nach Kuba auswandern würde (ihr Mann ist ja Kubaner). Wenn das Reisebüro, das sie leitet, ihr eine Stelle dort anbieten würde, würde sie sofort mit Mann und Kind auswandern. Und was würde dann aus mir, wäre ich in ihre Stadt gezogen?? Also ist das Thema abgehakt. 
Wenn mich die Sehnsucht nach meinen Enkeln überkommt, werde ich eben den Zug nehmen und sie besuchen. Ganz einfach. 
Die zwei Tage mit meiner Enkelin waren schön, aber anstrengend. Sie wiegt rund 16 Kilo und wollte dauernd auf Oma's Arm.... als ich heute morgen aufstand, konnte ich vor Muskelkater kaum krauchen... Oma ist für solche Anstrengung zu alt. 
Als ich zurück in meiner Wohnung war, war ich einfach nur glücklich. Ich hoffe, jemand haut mich, sollte ich jemals wieder davon reden, in die (graue, hässliche, deprimierende) Stadt meiner Tochter ziehen zu wollen. 
Was die schlechte ärztliche Betreuung hier betrifft.... tja, wollen wir hoffen, dass ich bis zum Ende ganz gesund bleibe und irgendwann vor Altersschwäche einschlafe und nicht aufwache...:-))


Kommentare:

pinkpaillette hat gesagt…

man weiss ja eh nie was morgen sein wird, deshalb soll man das Jetzt geniessen. Gut gemacht.
lg, colette

Traudi hat gesagt…

Liebe Greta,
ich bin ganz sicher, dass du es richtig gemacht hast. In einer Stadt zu leben, die einem nicht gefällt, wäre ganz bestimmt nicht gut für dich.

Viele liebe Grüße
Traudi